Eichhörnchen Schutz Aktionsgemeinschaft

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Verein

Wer wir sind.


Wir sind der im August 2010 in München gegründete Eichhörnchen-Schutz e.V. und unsere Gemeinnützigkeit ist anerkannt. Unser Sitz ist das bayrische München.


Wir, der Eichhörnchen-Schutz e.V., versorgen in unseren Privaträumen mit wenigen ehrenamtlichen Helfern, jährlich rund 300 Wildtierbabys, meist Eichhörnchenfindelkinder allein aus dem Münchner Raum. Diese Tiere sind überwiegend Opfer der Zivilisation. Vereinzelt helfen wir auch Wildkaninchen, Feldhasen und Siebenschläfern, die ebenfalls unter Artenschutz stehen. Siebenschläfer werden oft mit Ratten-und Mäusen verwechselt und haben, da nachtaktiv, in Menschennähe selten eine Überlebenschance.


Hilferufe bekommen wir mittlerweile aus ganz Deutschland. Wir versuchen unsere handaufgezogenen Tiere nur am Waldrand (in Gegenden mit wenigen Raubvögeln) über Großvolieren bei Tierfreunden auszuwildern, die anschließend auch ein Zufüttern und ggf. die Versorgung eines verletzten Tieres übernehmen.


Wir führen das Erbe der im Jahre 2004 in Kiel (Schleswig-Holstein) gegründete Eichhörnchen-Schutz-Aktionsgemeinschaft e.V (ESA) fort. Die ESA realisierte seiner Zeit dieses für Deutschland einmalig erdachte, organisierte und ins Leben gerufene Projekt eines bundesweiten Auffangnetzes für Eichhörnchen-Findelkinder. Allein die ESA versorgte und wilderte in den Jahren 2004 bis 2008 über 3500 Eichhörnchenfindelkinder aus. Die ESA löste sich im Frühjahr 2009 auf - wir aber nutzen in Abstimmung mit dem damaligen Gründer und Vorsitzenden der ESA, Kay Sobottka, die sehr umfangreiche Internetseite der ESA weiter.

Liebe Tierfreunde!


Folgende Erkenntnisse und Aussagen sind zumeist das Ergebnis unserer eigenen Erfahrungen. Wir geben diese ohne Gewähr weiter, denn einige Aussagen stammen aus Erfahrungen anderer von deren Arbeit mit diesem wundervollen Tier. Unser Herzenswunsch ist, ein harmonisches Zusammenwirken zum Wohle der Tiere, besonders der Wildtiere zu erreichen.


Bald ist es wieder soweit, vereinzelt ab Februar, verstärkt ab März bis September kämpfen Eichhörnchenbabys ums Überleben. Um Mißverständnissen vorzubeugen, wir sprechen hierbei vom Europäischen Eichhörnchen, das in Deutschland in den Farben rot, braun, schwarz, in Ausnahmen in Anthrazit und auch mal mit anderen Farbvarianten vorkommt. Das Eichhörnchen steht unter Artenschutz und leidet wie andere Wildtiere auch unter der sog. Zivilisation.


Leider werden wir auch mit der Argumentation konfrontiert, daß der Mensch Wildtieren nicht helfen soll, da er diese Regelung doch der Natur überlassen kann. Kein Mensch würde sich selbst oder seinem Haustier bei Schmerzen eine natürliche Erledigung zumuten. In stimmender Natur gelten harte Gesetze, aber das Sterben verlassener Tierbabys geht in der Regel wenigstens schnell vonstatten, da ein hungriges Raubtier, im Gegensatz zur satten Hauskatze, nicht lange wartet. Die Natur würde allerdings vorwiegend eine Auslese von schwachen oder kranken Tieren treffen.


Sterben in der Zivilisation trifft vorwiegend gesund geborene Tiere und verläuft meist grausamer.


Der Mensch nimmt den Tieren das wärmende Nest und oft Mutter und Geschwister. Dem jungen Eichhörnchen, droht nun langsames Verhungern und Verdursten, oft schwer verletzt und von Schmerzen gepeinigt, durch den Sturz auf hartes Pflaster. Die letzte Rettung durch den Menschen entfällt häufig, denn auch beinflußt durch den zu allgemeinen Spruch: „Hände weg von Wildtieren“, denkt dieser irrtümlich, das Tierkind kann sich selbst helfen oder die Mutter wird schon kommen. Nach unseren Erfahrungen trifft dies meist nur dann zu, wenn die Mutter gerade einen gesamten Kobel verloren hat und eine naturbelassene Umgebung einen Ersatzkobel zuläßt. Einzelne Eichhörnchen werden selten wieder geholt. Was manchmal auf junge Igel, junge Feldhasen und viele Vogelkinder zutrifft, gilt nicht für das junge Eichhörnchen. Eichhörnchen befinden sich in der Regel in großen Höhen und die Jungtiere sind erst am Boden anzutreffen wenn sie so groß und schnell sind, daß sie nicht mehr eingefangen werden können.


Ein verlassenes Jungtier am Boden braucht meist schnelle Hilfe, da es sonst keine Überlebenschance hat!


Wenn ein verlassenes Eichhörnchenkind sich Menschen nähert, vermutet dieser Tollwut, obwohl noch nie ein Fall von Tollwut bei einem Eichhörnchen in Deutschland offiziell festgestellt wurde und überlässt es seinem Schicksal. Versucht dann ein beherzter Mensch doch zu helfen, geht die Problematik weiter, denn es gibt keine offizielle Stelle oder Info wo Hilfe zu finden ist. Einige Tierärzte haben weder Kenntnis noch Nahrung und bieten als einzige Alternative daseinschläfern der gesunden Tierbabys an. Viele Tierheime sind überfordert mit Haustieren und eine Spezialisierung auf die vielen Wildtierarten gibt es meist nicht. Eine sofortige medizinische Hilfe wäre, meist abends oder am Wochenende, dringend nötig. Leider werden auch manchmal verletzte Tierkinder ohne medizinische Versorgung und ohne Schmerzmittel in einen Käfig mit Futter und Wasser gesetzt. "Schmerzen hat ein Wildtier ebenso wenig wie Angst zu haben". Durch diese irrsinnige Annahme wird auch größeren Tieren, unter Schock oder mit Schädel-Hirntrauma, ein Schmerzmittel sowie eine zeitaufwändige lebenswichtige Handfütterung oft verweigert. Die irrige Meinung, dass ein Tierkind mit Fell, da es älter aussieht und sich schnell bewegen kann, sich selbst ernähren kann und somit keine Aufzuchtsmilch und Anfangsfutter benötigt, wird zum Todesurteil.


In der Not versucht manch Finder selbst dem Tier zu helfen, was manchmal zum Tod des Tiers führt, denn es fehlt dem Finder an Erfahrung. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die aber zu unnötigen Verletzungen mit auch tödlichem Ausgang führen können. Die Verharmlosung von Flohpuder, der nun mal kein Babypuder ist, bewegte uns vor Jahren, uns vermehrt um Eichhörnchenbabys zu kümmern, nachdem wir zufällig erleben mussten, wie grausam Tierbabys an einer Überdosis Flohpuder oder unverträglichen Flohgiften sterben können. Gesunde Tierbabys, die wir später mit einer Lungenentzündung (Fütterfehler) oder gar gebrochenen Beinen (Absturz) bekamen. Sogar von manchen Insidern wird die Aufzuchtsmilch mal zu heiß gefüttert, da eine Plastikspritze die Innenwärme nicht außen fühlen läßt. Die ersten Sprühstöße sind o.k.,bis der vordere Teil der Spritze erwärmt ist und dann die zu heiße Milch folgt. Die Folge kann ein Verschlucken mit tödlicher Lungenentzündung nach sich ziehen oder eine Verweigerung der Aufzuchtshilfe.


Gelingt dem Tierfinder aber die Aufzucht eines einzelnen Tieres, wird besonders das Eichhörnchen fehlgeprägt und dann häufig auch noch falsch bzw. alleine ausgewildert. Hier gibt es neue Risiken für das Waisenkind. Sogar im Wald ausgesetzt läuft diese Tier oft kilometerweit um einen Menschen zu finden. Verständlich, daß dieser dann in Panik gerät, wenn er von dem zahmen Tier angesprungen und manchmal bei falschem Verhalten gebissen wird. Die Folge für das Tier ist dann ein Tod durch erschlagen, denn die Tollwutpanik ist bekannt. Manch einzeln gehaltenes Eichhörnchen, leidet deshalb ein Leben lang in Gefangenschaft! In Gartenvolieren,oft auch nur mit zu wenigen und verschmutzten feuchten Schlafkästen! Kontakte unter Pflegestellen und bessere Info für Tierfinder könnte eine Einzelaufzucht vermeiden.


Todesarten gibt es leider zu viele in Menschennähe. Ein Gifttod der Mutter mit Schneckenkorn oder ähnlichen frei verkäuflichen Gartengiften, ein Ertrinken in halbvollen Regentonnen, Swimmingpools und nicht abgedeckten Kellerschächten. Eichörnchenmütter sterben gemeinsam mit ihren Babys vor oder in nicht abgedeckten Dachrinnenabfluß. Tod auf der Straße, Fällen von Bäumen und Entfernen von Hecken, zieht das qualvolle Sterben der Jungtiere nach sich.


Von natürlichen Verhältnissen kann man in der Stadt nicht reden, nachdem bereits im Wald oft keine natürlichen Verhältnisse mehr vorzufinden sind. Auch hier werden die Tierbabys beimFällen der Bäume meist lebend, oft noch in den Kobeln, mit entsorgt! Artenschutz in der Theorie hilft den Tierbabys jedenfalls nicht! Schnell tötende hungrige Wildtiere hat der Mensch längst vertrieben und Nahrungsgrundlagen wie alte Buchen oder gar Nußbäume sind Mangelware.


Schlimm trifft es junge Eichhörnchen in manchem Stadtgebiet, das eine Unzahl von hungrigen Krähen beherbergt. Jungtiere werden von diesen gejagt, verletzt und getötet. Krähen haben selbstverständlich ebenfalls ihr Recht auf Leben und Nahrung. Die Natur hätte ausreichend Aas, Mäuse u.a. für Krähen und andere Fleischfresser vorgesehen. Da Aas im Stadtgebiet selten zu finden ist, müssen Jungvögel und Eichhörnchenbabys den Eiweißbedarf der Krähen auch mit ausgleichen. Zur Brutzeit findet der Kampf auch um die von Eichhörnchenmüttern und Jungtieren bereits besetzten Nestern statt. Ein weiteres und großes Problem, das der Mensch den Eichhörnchenmüttern geschaffen hat, ist das Fehlen von morschen alten Bäumen, die mit Baumhöhlen, die ideale und trockene Versteckmöglichkeiten für den Nachwuchs bieten würden.


Die Kobel (Eichhörnchennester) befinden sich u.a. bevorzugt weit oben in alten Fichten. Im Stadtgebiet oft nur in Laubbäumen, die zur ersten Wurfzeit ab Februar noch kahl sind und vor Krähen, Hitze und Nässe keinen Schutz bieten. Verzweifelte Eichhörnchenmütter versuchen deshalb ihren Nachwuchs zu schützen, indem sie ihre Nester auf Balkone und dort in Pflanztrögen, Blumenkästen, in Dachrinnen, in Jalousienkästen, auf Markisen, auf Holzbalken, hinter Taubenabwehrgittern etc. an Häusern bauen. Hier aber droht den Jungtieren große Gefahr. Eichhörnchenbabys können nicht fliegen und haben nicht wie größere Jungvögel die Möglichkeit durch Federn einen Sturz abzumildern. Spätestens bei ihren ersten Krabbelversuchen können sie in Ermangelung von schützenden abfedernden Zweigen auf harten Beton fallen. Tiere die diesen Sturz überleben, sterben dann meist qualvoll. Gelähmte Beine und schmerzhafte Brüche sind ebenso wie verschobene Kiefer die Folge der Abstürze. Tierbabys, die die Mutter wieder ins Nest bringen konnte, müssen später beim vollständigen Zahndurchbruch qualvoll verhungern , da die ständig wachsenden Zähne sich durch die verschobenen Kiefer nicht mehr abwetzen können. Eichhörnchenzähne wachsen ca. 10 cm pro Jahr.


Abhilfe könnte schon das Spannen von einem Unkrautflies oder einer billigen Fließdecke etc.(mit Wäscheklammern zwischen 2 Stühle befestigt ) knapp über dem Betonboden bringen, denn ein Sturz von einigen Metern auf weichen Untergrund können die Tiere meist unbeschadet überstehen. Vorbeugen könnte der Tierfreund auch mit einem Ersatz für eine Baumhöhle, ähnlich einem Starenkasten in einen schattigen Baum aufgehängt, aber mit Ein-und Ausgang mit ca. 7 cm Öffnung. Diese Kästen sind ebenso wie geeignete Futterkästen (ohne schwere Deckel, die auf die Pfoten knallen) noch Mangelware im Handel! In ihrer Not ziehen die Eichhörnchenmütter ihre Babys auch in Starenkästen groß. Ziehen sie dann mit ihren Babys bei Gefahr oder z.B. wegen zu großer Hitze um, tragen sie ihre Babys wie eine Katzenmutter im Maul und aus der Ferne vermutet man einen Jungvogel. Sofort wird das Eichhörnchen trotz Nagetiergebiss zum bösen Vogelmörder, obwohl der Speiseplan überwiegend vegetarisch ist. Unzählige Vögel, die wir ebenso lieben, sind ebenfalls keine reinen Vegetarier und die klugen Krähen gehören bekanntlich zur Gattung der Singvögel.


Sehr ungerecht verfährt der Mensch auch mit den putzigen Grauhörnchen, die er in England als Plage sieht und deshalb zu tausenden töten läßt. Ein töten ohne eine Schonzeit bedeutet, daß auch Tiermütter getötet werden und deren Babys über Tage dann qualvoll verhungern und verdursten! Hauptfeind aller Tiere ist und bleibt der Mensch! Es wäre fair, wenn der Mensch wenigstens seinen Zivilisationsopfern helfen würde, aber da fehlt es, anders als z.B. in Afrika, Australien u.a. Ländern an Wildtierhospitälern mit angegliederten Auffangstationen. Deutschland ist diesbezüglich noch Entwicklungsland und unterwirft seine Wildtiere allgemein dem Jagdgesetz, das häufig nur ein erschießen von gesunden putzigen Tierbabys vorsieht.


Es ist sicher wunderbar wenn Lebensraum für Wildtiere geschaffen wird, übersehen sollte man aber nicht, daß es in Deutschland jährlich hundertausende von Wildtierbabys sind, die als Zivilisationsopfer häufig in den Stadtgebieten dringend Hilfe benötigen. Diese kann nur sehr begrenzt, von ehrenamtlichen Geheimtips und wenigen Vereinen geboten werden. Wenigstens den Erfolgreichen sollte hier Hilfe angeboten werden.


Auch in kleinem Rahmen kann jeder Einzelne helfen, indem er z.B. vermehrtes Nahrungsangebot durch Pflanzen von Haselnußsträuchern und Sonnenblumen und ganzjähriges zufüttern von Nüssen anbietet. Wichtig wäre auch das aufhängen von Nistkästen für die Tiermütter und den Nachwuchs im Stadtgebiet. Der Verzicht auf Gartengifte und Schneckenkorn sollte selbstverständlich sein.


Manch Tierfreund denkt immer noch, dass Wildtiere kein Zufüttern benötigen. Wer dies behauptet soll im Stadtgebiet nach Haselnüssen, Bucheckern oder Kiefernsamen in größeren Mengen suchen.


Zu unserem großen Leidwesen gibt es dann vorwiegend, nur die gefährlichen Futterkästen für Eichhörnchen zu kaufen. Die Deckel sind so schwer, dass sie, sobald ein Eichhörnchen seine Pfoten nicht schnell genug wegzieht Quetschungen der Pfoten nach sich ziehen können. Wenn gar ein zweites Tier von oben auf den Deckel springt ist die Pfote ab. Die vordere Glassichtscheibe ist scharfkantig und der Deckel ist nicht nur zu schwer, sondern hat manchmal auch noch scharfe Metallkanten. Auch von schlecht informierten Tierschutzorganisationen werden diese Kästen noch immer angeboten.


Baumfäller bringen uns leider sehr selten Jungtiere! Sie sollten sich wenigstens telefonisch melden, da manchmal mit einem improvisierten Ersatzkobel Tierbabys zur Mutter zurückgeführt werden können.


Obwohl sämtliche Arbeiten, bisher mit tausenden ehrenamtlicher Stunden pro Saison geleistet wurden, ist es in manchen Städten, wie in München nicht mehr möglich die Arbeit in diesem Ausmaß ohne Hilfe fortzusetzen. Auch wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir ohne Unterstützung unsere Hilfe extrem reduzieren müssen. Wir suchen in unserer Nähe dringend eine Möglichkeit unsere Volieren und eine Großvoliere für behinderte Tiere aufzustellen.


Wir sagen Danke im Namen von unzähligen Wildtieren, die zu Menschen kamen, die Zeit und Liebe aufgewendet haben und aufwenden und so, wie auch wir, offen für neue Erkenntnisse waren und sind. Wir bedanken uns im Namen der Wildtiere bei den Tierfindern, Tierärzten und Angestellten von div. Tierheimen und Organisatoren, die geholfen haben und offen für Veränderungen sind und natürlich bei unseren wenigen Ehrenamtlichen und natürlich auch bei unserer 2. Vorsitzenden Chris Junkers. Ein herzliches Danke auch unseren noch zu wenigen, aber treuen Mitgliedern !


Mit tierlieben Grüßen

Eichhörnchen –Schutz e.V. Sabine Gallenberger 1. Vorsitzende, Chriss Junkers 2.Vorsitzende und (Text Heidi Gallenberger) aus München


Unser Spendenkonto ist: Münchner Bank e.G. Konto Nr. 119 096 2, BLZ: 701 900 00.

Auch wir können nur helfen, wenn wir die Hilfe finanzieren können, denn allein das Finanzieren und Aufstellen einer einzigen Auswilderungsvoliere kostet ca. 900.- Euro.


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