Eichhörnchen Schutz Aktionsgemeinschaft

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Seitenbild mit einem an den Hinterlaeufen haengenden Eichhoernchen
Seitenbild mit einem springenden Eichhoernchen

1. Körperbau

Die flinken Nager sind ausgezeichnet an ihr Leben in den Bäumen und ihre Ernährungsweisen angepasst. Was uns an Eichhörnchen als niedlich erscheint, hat in der Natur und dem täglichen Kampf ums Überleben aber durchaus eine wichtige Funktion.


Rumpf/Gewicht

Die Kopf-Rumpf-Länge von Eichhörnchen beträgt ca. 20 bis 25 cm, der Schwanz ist fast genauso lang - ca. 15 bis 20 cm. Das Gewicht eines erwachsenen Tieres liegt zwischen 210 bis 450 g, Männchen werden etwas größer und schwerer als Weibchen.


Gliedmaßen

Eichhoernchenfussspuren im SchneeDie Gliedmaßen der baumbewohnenden Hörnchen sind länger als die ihrer erdbewohnenden Verwandten. Besonders die Hinterbeine sind lang und mit starken Muskeln ausgestattet, die weite Sprünge und schnelles Klettern ermöglichen. Beim Laufen auf dem Boden bewegen sich die Eichhörnchen wegen ihrer langen Hinterbeine in hasenähnlichen Sprüngen fort, wobei die Hinterpfoten jeweils an den Vorderpfoten vorbei aufgesetzt werden.


Der Schwanz wird beim Laufen über den Boden gehalten, manchmal auch über dem Rücken getragen, jedenfalls schleift er nie auf dem Boden.


Eichhörnchen gehören (wie wir Menschen und z.B. die Bären) zu den Sohlengängern (während z.B. Mäuse auf den Zehen laufen). An den Vorderpfoten befinden sich vier lange, enorm bewegliche Finger mit langen gebogenen Krallen sowie ein verkümmerter Daumen, der lediglich eine Erhebung mit einem Fingernagel, ähnlich dem unsrigen, darstellt. An den Hinterpfoten hat das Eichhörnchen fünf Zehen, die den Fingern ähnlich sind. Diese langen Finger und Zehen mit ihren langen messerscharfen Krallen erlauben den Tieren, auch an glatten Rinden behände empor und kopfüber wieder hinab zu klettern.

Die Hände sind außerdem hervorragend zum Hantieren mit Nüssen, Zapfen etc. geeignet, sowie auch zum Nestbau und dem Vergraben von Vorräten.


Geschlecht

Eine Geschlechtsbestimmung kann nur über den Unterschied der Abstände zwischen Anal- und Genitalöffnungen vorgenommen werden. Während der Paarungszeit sind außerdem bei den männlichen Tieren die Hoden zu sehen, während bei den Weibchen die Vulva deutlich anschwillt.

2. Behaarung


Fell

Die Fellfarben variieren regional, jahreszeitlich und auch individuell sehr stark. Sie reichen auf dem Rücken von fuchsrot bis braunschwarz, die Bauchseite ist viel heller bis rein weiß. Eichhoernchen auf AstDas Sommerfell ist jeweils heller als das Winterfell, dazu auch weniger dicht. Im Winter wird das Fell länger und die Fellbüschel an den Ohren werden 2-3 cm lang. Diese Verfärbung betrifft auch den Schwanz, der ebenfalls im Winter noch buschiger wird. Außerdem weisen in der kalten Jahreszeit die sonst nackten Fußsohlen eine Behaarung auf.


Hell, dunkel...

Es gibt Untersuchungen, die besagen, dass ein dunkles Fell bei Hörnchen eine bessere Wärmeisolation aufweist. Deshalb sind wohl die dunkel gefärbten Tiere eher in den kalten Regionen ihres Verbreitungsgebietes anzutreffen als die roten. Aber auch innerhalb einer Population (manchmal auch innerhalb eines Wurfes) sind erhebliche Variationen in der Färbung nicht selten. Es kommen sogar Schwärzlinge (und noch seltener Albinos) vor, sowie auf den britischen Inseln etliche Tiere mit sehr hellen bis weißen Schwänzen.

3. Schwanz


Schwanz = Name?

Der markante buschige Schwanz der Eichhörnchen gab ihnen sowohl den deutschen Namen - die Form, wie er über dem Rücken getragen wird, erinnert an ein Horn - wie auch den lateinischen. "Sciuridae" bedeutet im Griechischen "schattenspendender Schwanz".


Steuern, bremsen, schützen

Der Schwanz ist für das Hörnchen außerordentlich wichtig. Er dient beim Weit-Springen als Steuerorgan und beim Herunter-Springen als Fallschirm, beim Männchenmachen als Stütze, beim Klettern als Gegengewicht, er wärmt das Hörnchen und seine Babies bei Kälte, schützt es bei Hitze vor zu viel Sonne und wird als Ausdrucksorgan zur Verständigung mit Artgenossen genutzt.

4. Zähne


Nagezähne

Die Nagezähne sind die einzigen Zähne des Eichhörnchens, die man ohne Hilfsmittel sehen kann. Eichhoernchen frisst auf Ast Sowohl im Ober- wie im Unterkiefer befindet sich ein Paar langer gebogener Schneidezähne, deren Ende tief im Kiefer verankert ist. Dadurch kann das Tier sie wie Hebel benutzen. So werden Nüsse z.B. erst an einer Stelle aufgenagt und dann ein Stück Schale abgesprengt. Besonders geschickten Tieren gelingt sogar die Teilung in zwei Hälften. Die lebenslang nachwachsenden Nagezähne sind an der Vorderseite mit einem harten Schmelz überzogen, während die Hinterseite weicher ist. Durch den Abrieb werden somit die Zähne ständig scharf gehalten.


Geteilter Unterkiefer

Eine Besonderheit ist der geteilte Unterkiefer, der es den Hörnchen ermöglicht, beide unteren Nagezähne 2-3mm zu spreizen. Dadurch können Nüsse auch durch ein kleines Loch in der Schale wie mit einer Pinzette herausgeholt werden.


Hinter den Schneidezähnen klafft durch das Fehlen der Eck- und vorderen Backenzähnen eine große Lücke. Die Backenzähne sind bei Hörnchen bewurzelt und niederkronig mit abgerundeten Hügeln.

5. Sehen, Hören, Riechen


Sehen

Eichhörnchen sind tagaktiv. Ihre großen Augen befinden sich seitlich am Kopf, so dass sie jederzeit einen guten Rundum-Blick haben. Eichhoernchen frontalDie weiten Gesichtsfelder überschneiden sich in einem großen Teil, so dass auch die räumliche Sicht sehr gut entwickelt ist - unentbehrlich für ein Tier, dessen Leben davon abhängt, dass es die Entfernung zwischen zwei Bäumen genauestens abschätzen kann. Nach neuesten Forschungen können Eichhörnchen offenbar auch einige Farben unterscheiden. Nachts sehen Eichhörnchen zwar nicht viel, aber das gleichen sie durch einen hoch entwickelten Tastsinn aus (s.u.).


Hören

Auch das Hörvermögen ist sehr gut entwickelt, da die Tiere herannahende Feinde hören müssen und sich mit Artgenossen über eine Vielzahl von Lauten verständigen.


Riechen

Die Nase der Eichhörnchen ist sehr fein - sie kann Nüsse noch 30 cm unter dem Schnee riechen. Ohne sie fänden Hörnchen ihre vergrabenen Vorräte nicht mehr wieder. Eichhörnchen sind z.B. auch in der Lage, am Geruch einer Nuss zu erkennen, ob sie noch verzehrbar ist.

6. Fühlen und Tasten


Tasthaare

Eichhörnchen verfügen über eine Vielzahl von Vibrissen (Tasthaaren): an der Schnauze, über den Augen, an den Beinen, den Füßen, am Bauch und an der Schwanzwurzel. Diese Tasthaare ermöglichen nicht nur die Orientierung im Dunkeln und in der Enge ihres Nestes - vielmehr dienen einige von ihnen der Kontrolle des Gleichgewichtes beim Springen. Überhaupt ist der Gleichgewichtssinn ausgezeichnet entwickelt, so dass Hörnchen ohne Probleme in den Baumwipfeln herumwirbeln und kopfunter die Stämme hinab klettern können.


7. Intelligenzleistung

Einige der erstaunlichen Fähigkeiten der Eichhörnchen sind angeboren, viele werden jedoch erlernt - entweder von der Mutter abgeschaut, im Spiel mit den Geschwistern oder durch eigenes Ausprobieren erworben.


Lernen

Lernen hängt unmittelbar von vorhandener Intelligenz ab. Versuche amerikanischer Forscher mit den verwandten Grauhörnchen haben gezeigt, dass die Tiere sich durchaus an ihre Vorratsverstecke erinnern und einfache Zusammenhänge begreifen können. Allerdings lassen sich Eichhörnchen aufgrund ihres eigenwilligen Wesens nicht oder kaum dressieren - was bei vielen Menschen unverständlicherweise immer noch als Zeichen mangelnder Intelligenz gilt.

Eichhörnchen erweisen sich als besonders lernfähig und "gewitzt", wenn es um den Nahrungserwerb geht. Bei manchen Amerikanern ist es ein regelrechter Volkssport, die Grauhörnchen davon abzuhalten, sich des ausgelegten Vogelfutters zu bemächtigen. Dabei zeigt sich, wie schnell die Tiere durch Versuch und Misserfolg lernen, die Hindernisse zu überwinden. Einige Tiere vermeiden solche Versuche jedoch, indem sie ihre Artgenossen beobachten und dann sofort die erfolgversprechendste Methode anwenden.


Problematisch wird das Lernverhalten im Zusammenhang mit der Aufzucht verwaister Jungtiere. So lernen die Kleinen z.B. von ihrer Mutter Gefahren sowie Fressbares zu erkennen.