Eichhörnchen als Haus- oder Zuchttiere?
Eichhörnchen sind wundervolle Tiere. Auf Spaziergängen und im eigenen Garten kann man sie beobachten, wie sie Nüsse stibitzen, und bewundern, wie sie anschließend scheinbar schwerelos die Bäume hinaufgleiten.
Wer Eichhörnchen so erlebt, für den ist es unvorstellbar, ein gesundes, wildes Eichhörnchen in einer auch noch so großen Voliere, geschweige denn in einem Käfig in der Wohnung lebenslang zu halten. Natürlich könnte man argumentieren: "Die Eichhörnchen sind selber schuld, warum sind sie auch so putzig". Aber, darf man fremder Leute Kinder rauben, nur weil sie so "süß" sind? Eichhörnchen gehören der Mutter Natur. Abgesehen davon, dass das Gesetz es tatsächlich erlaubt, Hörnchen aus einer Zucht in Volieren zu halten, muss sich die Bewunderung und Liebe zu einem Tier darin zeigen, dass man es einsperrt? Ist der Lebenslängliche im Gefängnis nur deshalb nicht eingesperrt, weil er weiter ein Mensch ist?
Nun ist es unbestreitbar, dass es Eichhörnchen aus unterschiedlichen Zuchten gibt, wenn auch reglementiert. Doch wozu muss man sie überhaupt züchten? Haustiere werden teils als Schlachttiere, teils als Hobby gezüchtet - und Eichhörnchen? Es geht bei der Zucht ums Geschäft, da kann man sich nun wirklich nicht auf "Tierliebe" berufen. Auch wenn sich Züchter inhaltlich auf unsere Hinweise zur richtigen Versorgung von Findelkindern berufen, so bleiben sie doch Züchter. Besteht nicht bei der Zucht von Eichhörnchen die Gefahr, dass man Wildtiere zur Blutauffrischung in die Volière nimmt, statt sie auszuwildern?
Wer einmal ein Eichhörnchen traurig durchs Gitter in die Freiheit hat schauen sehen, der kann es bei aller Zuneigung nicht auf Dauer einsperren, und der kann sich auch nicht dauerhaft einreden, dass "sein" eingesperrtes Zuchthörnchen "glücklich" ist.
Folgen der Gefangenhaltung
Das Eichhörnchen wird durch seine Instinkte, sein arteigenes Verhalten und seine physischen Bedürfnisse dazu gebracht, stereotype Verhaltensweisen zu entwickeln: Stundenlanges Hin- und Herrennen, sich im Kreis drehen oder den ganzen Tag im Nistkästchen verbringen. Unter Umständen kommt es sogar zu schwerwiegenden gefangenschaftsbedingten Schäden wie z.B. abgefressenen Schwänzen.
Diese Folgen treten erstaunlicherweise auch in sehr großen Volieren auf.
Fachleute bestätigen dies, und man sollte sich keinesfalls von Bildern oder Filmausschnitten täuschen lassen, die zeigen, wie Eichhörnchen scheinbar anhänglich auf Ihren Haltern herumrennen. Auch der Kettenhund frisst seinem Herrn aus der Hand.
Es ergibt sich zwingend, dass Eichhörnchen, auch wenn sie über Generationen hin gezüchtet werden, keine Haustiere werden können.


